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VIS / Vienna Independent Shorts 2015 and its Views I Saw

VIS / Vienna Independent Shorts 2015 and its Views I Saw

| On 06, Jun 2015

Das unabhängig internationale Kurzfilmfestival Wiens, zum zwölften Mal veranstaltet im Jahre zweifünfzehn, ging mit Sonntag letzter Woche zu Ende und damit habe auch ich mich langsam wieder in die dreidimensionale Realität zurückgefunden.

Vorliegend ein Überblick über den Rückblick meines Einblicks gesichteter Eindrücke.

Womit beginnen. Am Anfang, als Ausblick.

Da war die Programmübersicht voller bunter Felder, Über- und Unterschriften, die mehr oder weniger vielversprechenden Titel- und Themenblocks, die sich dementsprechend mit Vorfreude meinerseits mischten. Da war die Eröffnungsparty mit gesponsertem Kopfwehsekt, aber guter Musik; das Festivalzentrum, dessen Mitarbeiter*innen uns durchwegs positiv empfangen und betreut haben.

Es folgten die ersten Ernüchterungen (AA1, Animation Avantgarde – der erste Block stellenweise als etwas zu einfache Reduzierung von Animation auf alles, was unter die Kategorie bewegtes Bewegtbild fallen könnte), erste Wertschätzungen (FiDO 1, Acts of Alienation) und Überraschungen (Special, Short Matters: European Film Award Nominees); mit der gleichzeitigen Erkenntnis, vielen gezeigten Filmen gern mehr Zeit gegeben zu haben, als die halbe klatschende Minute Beifall, die einen Film ausklingen und gedanklich verschwinden lässt, um sich auf einen neuen einzustellen.

In diesem Rhythmus ging es weiter, bis ich mit dem Besuch des Spotlight Specials und Don Hertzfeldts It’s Such a Beautiful Day (Ein Auszug aus der Trilogie auf Youtube einsehbar) bereits am Dienstag mein absolutes Highlight festlegen konnte, was sich mit Besuch seiner Masterclass (auch gezeigt) am Samstag nochmal bestätigt hat. Seine analogen und digitalen Animationskurzfilme bringen etwas auf die Leinwand, was viele experimentelle Künstler diese Tage vermissen: die richtige Art von minimalistisch gutem Humor.

Entgegen meiner Erwartung habe ich die Midnight Movies (davon besucht: New Horror Shorts und Très Chic, A night of abstruse humour) mit gemischten Gefühlen verlassen: Einerseits war ich überrascht, dass es tatsächlich noch Leute gibt, die Zombiemovies im klassischsten aller Definitionen produzieren, andererseits frage ich mich nach der Notwendigkeit der Sichtung einer Eiskunstlaufszene, die mit Furzen neusynchronisiert wurde, zumal der ausgefüllte und ob der Uhrzeit leicht alkoholisierte Kinosaal vermutlich schon über die Pubertät hinaus war.

Herausragend waren der Focus Lisboa und The Infinite Ways of Narrative, die sich mit der Frage beschäftigt haben, wie viel Kurzfilm auch Kunst sein darf und bewiesen haben, dass es abstrakt schöne Kunstkurzfilme gibt, die ihren Platz auf Kinogroßleinwand absolut verdient haben. Einblicknehmend: La lampe au beurre de yak (Butter Lamp): Hu Wei oder Heights: Calum Walter.

Ein durchgängiges Motiv des Festivals an sich lässt sich an der einen oder anderen fragwürdigen (An- und) Moderation einzelner Veranstaltungen festmachen. Allerdings, vielleicht wollte man durch diese Tendenz zu Unprofessionalität eine Art von Independent in die ganze Veranstaltung zurückbringen, zumal viele Filme technisch einwandfrei produziert oder aufbereitet wirkten.

Was bleibt am Ende.
Ein neues Lieblingslied aus Ken Hayakawas Auflegerei, zahlreiche archivierte Bewegtbilder zum nochmal Ansehen oder Inspirierenlassen, die immer wieder überraschende Feststellung, dass Frankreich einiges an Finanzierungsbudget auszugeben hat, ein erweitertes Repertoire möglicher Sitzpositionen in einem Kinosessel und eventuelle Karies von den vielen gekauten Sportgummis.

Im Großen und Ganzen bin ich überaus glücklich, Teil einer solchen Veranstaltung gewesen zu sein. Ich finde es toll, dass Wien diesem Event Raum und Publikum gibt und wünsche mir mehr! MEHRkurzFILMKUNST!

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