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Art in the City | June 25, 2017

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Ein begehbarer Lebensratgeber als Happy Show – oder: Stefan Sagmeister sagt

Ein begehbarer Lebensratgeber als Happy Show – oder: Stefan Sagmeister sagt

| On 22, Dez 2015

Seit Oktober stellt Stefan Sagmeister seine lebensbewegendsten Antworten und Erkenntnisse im MAK aus, und schafft damit einen interaktiven Raum, sich auf individueller Ebene ebenso mit dem einen oder anderen Gedanken konfrontiert zu sehen.

Die große Frage nach dem Glück, dem, das andauert und befriedigt. Ein Phänomen, dessen Marktpotenzial nicht nur von zahlreichen Verlegern bereits erkannt wurde. Es ist nichts Neues, aber Sagmeister gelingt, woran manche Ratgeber scheitern: Die Erkenntnis, dass eine kontinuierliche Portion „happiness“ über einen langen Zeitraum funktioniert. Das wird oft erst retrospektivisch erkannt, benötigt kurzfristig gesetzte Aktivitäten, und kann zudem nur persönlich und individuell erfahrbar gemacht werden. Es braucht ansprechendes Design und sollte konzentrationskomprimiert der heutigen Zeit angepasst als Kurztexte mit der Länge von Facebookposts präsentiert werden.

Seine Popkunst ist schlagfertig, grell, narzisstisch und direkt. Und genau deshalb schafft er es, eine Brücke zu jedem einzelnen Besuchenden zu schlagen.

Zudem ist es ein schöner Nebeneffekt, wenn man bei Betrachtung eines Kunstwerks plötzlich von hinten mit der Frage angestupst wird: „Darf ich die Karte jetzt wieder von deinem Kopf nehmen?“ und durch unterschiedliche Handlungsanweisungen einen ersten Schritt Richtung aktive Umsetzung zur Unterbrechung des routinierten Alltags setzt.

Entgegen einem der ersten Kunstwerke, das behauptet: „diese Ausstellung wird Sie nicht glücklich machen“, bin ich jetzt schon ein bisschen glücklicher, als ich es davor war. Und das liegt nicht zuletzt daran, dass es dort gleich bei Eintritt ein paar Cent Geld, Zuckerschocks als Kaugummibomben oder Ingwer Bonbons geschenkt gibt. Es liegt vor allem daran, dass Sagmeisters Parolen so ehrlich affirmativ und mobilisierend sind, dass man sich am liebsten nur noch mit sich selbst auseinandersetzen möchte, von morgens bis abends. Vorgelebt gerechtfertigter Narzissmus. Kann glücklich machen.

Die Ausstellung ist noch bis 28. März 2016 zu sehen.
Jeden Dienstag ist die Ausstellung kostenlos sogar bis 22h besuchbar.

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