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Art in the City | June 25, 2017

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Nicolas Dellamartina

Nicolas Dellamartina

| On 10, Jan 2014

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an unser Video Special der Schleifmühlgassen Galerien und den schrägen Vogel mit langen weißen Kittel und Sonnenbrille, welcher sich während einer Vernissage lautlos auf einen Hocker stellte, seinen Mantel aufmachte und Mini Kreationen seiner malerischen Bilder verkaufte. Wenn nicht, dann könnt ihr euch das Interview hier ansehen.

Nun traf ich Nicolas Dellamartina nach langer Zeit wieder und quetschte ihn für euch ein bisschen aus.

Der gebürtige Burgenländer Nicolas Dellamartina ist mit Kunst aufgewachsen. Als Sohn eines Künstlers und Nachbar des Bildhauers Walter Pichler, verbrachte Nicolas einen Großteil seiner Kindheit mit bekannten österreichischen und internationalen Künstlern, wie Martin Kippenberger, Elfie Semotan oder Paolo Piva, welche alle Stammgäste des burgenländerischen „Club der Grenze“ galten.

Sein Vater, der ihn als Kind schon oft auf Reisen quer durch die Welt mitnahm, wie zum Beispiel zu Ausstellungen von Freunden nach New York oder Amsterdam, sah er mit elf Jahren bereits die halbe Welt:

„Mit elf Jahren war ich bereits in ganz Mittelamerika, von Mexiko bis Belize, unterwegs. Meinen elften Geburtstag habe ich auf der Pyramide des Zauberers in Palenque verbracht. Da mein Vater Wert darauf gelegt hat, die Menschen und das Land auch wirklich kennen zu lernen, sind wir immer in den Slums abgestiegen. Besonders in Erinnerung ist mir dabei unser Aufenthalt in Havanna geblieben. Natürlich haben wir illegal bei einer Santeriapriesterin gewohnt. Lange, ausgedehnte Feste bis in den Morgengrauen waren an der Tagesordnung und für mich manches Mal äußerst lästig. Wenn ich müde war, habe ich nur „Leg Dich irgendwo hin, das hälst Du schon aus“ zu hören bekommen.“

Die Abenteuerlust zu reisen ist ihm jedoch geblieben. Seine letzte Reise hat ihn in den tieften Jemen und anschließend nach Äthiopien geführt.

Ursprünglich wollte Nicolas Archäologe werden und studierte sogar ein Semester an der Uni. Zu Hause in St.Martin an der Raab hat er jedoch regelmäßig – zum Argwohn seines Vaters, dessen Atelier durcheinander gebracht. Irgendwann gab der Vater dann auf und lies ihn malen.  Mittlerweile studiert er an der Angewandten und stellt regelmäßig seine Bilder aus.

Nicolas über sein Konzept:

„Mein Konzept zu maler/kurator/galerie würde ich eher als eine Utopie betrachten, eine Fusionierung dreier Persönlichkeiten, eher eine Auslebung einer Schizophrenie. Ich wollte damals mit dieser Aktion meine Bilder in den öffentlichen Raum bringen und sie in fremden Galerien anbieten. Im Moment habe ich mein eigenge Galerie in der ich meine Ausstellung kuratiere (Anm.: „Let Me Take You Where?“, Galerie Lisa Scheid, Wien 2013 – von Dellamartina frei erfunden.)

Provozieren möchte der junge Künstler mit seinen Bildern nicht. Eine umfassende Interpretation gibt es auch nicht. Er überlässt es dem Zuschauer, was er in seinen Bildern erkennt und wie er sie auf die reale Welt übertragen möchte. Als seine Großmutter seine Bilder sah, welche oft von der Farbe Schwarz oder Weiß dominiert sind, sagte sie bloß: „Mit diesem Bub ist etwas nicht in Ordnung. Den sollte man mal zum Arzt schicken.“

Mehr Infos:http://nicolasdellamartina.blogspot.co.at/

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