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Art in the City | June 25, 2017

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Mona Kuhn – PRIVATE

Mona Kuhn – PRIVATE

| On 29, Okt 2015

Die gesamte Ausstellung mit dem Titel „PRIVATE“ in der Galerie Ernst Hilger scheint sich an das Farbschema „neutrale Pastelltöne“ zu halten – auf den ersten Blick scheint das der einzige Zusammenhang der Fotografien von Mona Kuhn zu sein. Leinenfarbige Motten, helles Licht, goldstichig beige Hintergründe und nackte Frauenkörper. Nach meiner zweiten Runde durch die schönen Altbauzimmer der Galerie forderte uns eine Dame auf etwas näher an die kleine Gruppe angesammelter Vernissagengäste heranzutreten. Schnell wurde klar, dass die aus Brasilien stammende Künstlerin Mona Kuhn selbst ihre Arbeiten erklärte. Was als intimes Gespräch zwischen Ausstellerin und Interessenten begann endete mit einem spontanen Komplettrundgang durch die Galerie – besser hätte man es kaum planen können.

Die junge Künstlerin mit deutschen Wurzeln erklärte uns, wie die Serie zustande gekommen war, dass die Aufnahmen größtenteils auf einer Fahrt in der Wüste von Kalifornien nach Arizona entstanden sind und was ihre Gedanken dahinter waren. Mona Kuhn beschäftigt sich mit dem Leben und dem Tod – wo fängt Leben an? Wo fängt Tod an? Oder ist es etwa doch ein „Kreislauf des Lebens“?

Die Fotografin will mit ihren Arbeiten die Verletzlichkeit der Menschen und die Grobheit der Natur zeigen und wie diese miteinander in Verbindung stehen. Faszinierend seien die endlos langen Stunden in der Wüste, die aus schon fast langweiligen Landschaften des Nichts bestehen. Meilenweit nur Sand und kein Ende in Sicht. Doch dann findet man kleine Flecken, zu denen vielleicht mal ein Spritzer Wasser hingekommen ist und an diesen Flecken sprüht nun das Leben – lang gewachsenes, grell grünes Gras mitten in der Wüste. Die Einsicht der Künstlerin war, dass die Wüste doch lebt! Ein Hoffnungsschimmer im scheinbar leblosen Umfeld, in dem das Leben nur darauf wartet zu erwachen.

Zwischen dem Kontrast von Mensch und Natur fiel der Künstlerin auch ein Mittelfeld auf – Tiere. In ihrer umfangreichen Serie befinden sich deshalb auch ein paar Tierbilder, wie die hellen Motten, die fixiert ins Licht fliegen, um dann zu sterben – ein Verhalten, das zum Tode führt, aber dennoch das Natürlichste der Welt zu sein scheint.

Mona Kuhn 2

Ein Bild zeigt eine gewellte Wüstenlandschaft in Arizona, wo einst Gletscher waren. Das Wasser der Gletscher ist verantwortlich für die Form und Struktur der Falten. Mit nackten Frauen, die sich auf einem Bettlaken wälzen, versucht Mona Kuhn dieselbige Form nachzuahmen.

Die Ausstellung läuft noch bis 21. November

Mehr Bilder der Serie, sowie die Biografie und weitere Arbeiten der Künstlerin: http://www.monakuhn.com/

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